Ahoi, Kaleuns.
Zum verstehen, warum mal ein Torpedo explodiert und mal nicht, versuche ich nun mit einer schematischen Darstellung euch das Problem etwas näher zu bringen.
Da immer wieder im Chat die Frage bei Magnetzündung die Meter unter Kiel aufkommt und dabei die Meinungen meist zwischen 1 m und 2 m schwanken, wähle ich ein Maß von 1,5 m unter Kiel als Alternative aus.
Im folgenden Bild sieht man eine optimale, niemals vorkommende Situation. Kein Wellengang.
Das U Boot ist auf Seerohrtiefe und feuert ein Torpedo mit Magnetzünder und 1,5 Meter unter Kiel.
Daraus ergibt sich eine Torpedotiefe, bei 9,5 m Tiefgang des Schiffes, plus 1,5 m unter Kiel, die Torpedotiefeneinstellung von 11 m.
An der Grafik erkennt man anfangs ein absinken des Torpedos (rote, gepunktete Lauflinie), bis sich die Tiefe von 11 m justiert hat. Der Torpedo läuft sauber auf gewünschter Tiefe in das Ziel und wird 1,5 m unter dem Schiff explodieren.
Nun der Fall, der sehr oft vorkommt: Starker Wellengang.
Wie oben, wird das U Boot auf eine durchschnittliche Tiefe von 12 Meter gehalten. Wieder wird ein Torpedo mit Magnetzündung und 1,5 Meter unter Kiel genommen. Wieder hat das Schiff einen Tiefgang von 9,5 m und die Lauftiefe des Torpedos 11 m.
Nur durch die Wellenberge und Täler wird das Schiff mal weiter aus dem Wasser herausgehoben und auch Tiefer in das Wasser hinein gedrückt.
Auch hier wird der Torpedo anfangs auf die eingestellten 11 m Tiefe gehen. Aber auf seiner Laufstrecke versucht er immer wieder die Tiefe, verursacht durch die Wellen, zu korrigieren. Teilweise gelingt das auch. Aber bedingt durch seine Geschwindigkeit und Trägheit eben nur Teilweise. Erkennbar durch die von mir unruhige, rote, gepunktete Linie.
Würde im ungünstigen Fall, wie dargestellt, gerade das Schiff aus dem Wasser steigen, der Torpedo aber nicht ganz die Tiefe korrigieren können, dann ist er zu tief und läuft einfach unter dem Kiel durch ohne zu explodieren. In der Grafik mit 2.5m unter Kiel angezeigt.
Taucht das Schiff aber gerade tief in das Wasser ein, könnte, im umgekehrten Fall, aber der Torpedo auch direkt den Rumpf treffen. Auch nicht optimal, weil dadurch ein geringerer Schaden entsteht.
Da ja niemals Ein feindliches Schiff von vorne, oder von hinten angegriffen wird, sondern immer von der Seite, habe ich im zweiten Bild ein gelbes "V" beim Schiff eingezeichnet. Dieses "V" symbolisiert den Querschnitt durch den Rumpf des Schiffes und zeigt wie schmal der Bereich unter Kiel ist, bei dem ein Torpedo mit Magnetzündung reagieren kann.
So lassen sich auch die oftmals weit auseinander reichenden Schadensbilder am feindlichen Schiff erklären.
Wie ist nun die korrekte Einstellung der Torpedotiefe bei einer Magnetzündung ?
Diese Frage kann man nicht ganz korrekt beantworten. Oder, das kommt auf die Situation an. Der Kaleu muss mit seinem Wissen die richtige Einstellung vornehmen und dann hoffen, das er auch das kleine bisschen Glück hat, das Schiff im optimalen Bereich zu treffen.
Erfahrungsgemäß gilt eine Faustregel, niemals mehr als 1,5 Meter unter Kiel schießen.
Dabei gilt die einfache mathematische Rundungsregel:
Bis einschließlich 0,4 abrunden.
Ab einschließlich 0,5 aufrunden.
Rechenbeispiel:
Gemessener Tiefgang des Schiffes 6,4 m. Abrunden auf 6m, plus 1 m, ist 7 m Torpedotiefe.
Gemessener Tiefgang des Schiffes 6,5 m. Aufrunden auf 7m, plus 1 m, ist 8 m Torpedotiefe.
Ihr seht selber, lieber zu hoch eingestellt und in den Rumpf treffen, als zu tief eingestellt und der Torpedo explodiert nicht.
Gruß und gut Schuss,
See_Wolf



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